Inle Lake

Mit dem Nachtbus kamen wir heute morgen um 4 Uhr früh am Inle Lake an. Die Fahrt war grausam. Es war nicht wirklich ein Sleeperbus, sondern eher ein normaler Bus mit weiter zurückklappbaren Sitzlehnen. Nicht bedacht haben die Bauer des Busses, dass die Lehne der Sitze ja irgendwo hin muss: Richtig, die Lehne meiner Vorderfrau lag fast auf meinen Knien. Noch dazu waren die Seitenlehnen des Sitzes so eng, dass ich es nicht schaffte, mich im Stuhl bequem hinzulegen. Mit Reisetabletten benebelt versuchte ich also mein Glück in halber Rücklage, gar kein Spass für einen passionierten Seitenschläfer wie mich. Aber ich war ja immerhin unglaublich müde UND benebelt, also beste Voraussetzungen trotzdem zu schlafen, wären da nicht die 5 burmesischen Jungs hinter uns, die noch lange Zeit quatschten, nach Zigaretten stanken und nach dem Gequatsche noch laut (!!!) mit ihrem Handy Musik hörten. Ein weiteres Highlight war die Dame neben uns, deren Handy dauernd klingelte. Blöderweise wurden die Anrufe von ihr auch jedes Mal lautstark beantwortet. Das ganze Theater dauerte etwa 1 Stunde an, bis unsere gesamte Sitznachbarschaft ebenfalls beschloss zu schlafen und es zwar nicht bequemer, aber endlich leiser wurde. Irgendwie haben Andrea und ich es dann tatsächlich auch geschafft relativ viel und gut zu schlafen, so dass wir heute morgen sogar gar nicht mal sooo müde waren. Zu Fuss ging es die 600 Meter quer durch Nyaung Shwe zu unserem Hostel und wir hatten Glück und sind um halb 5 Uhr früh dort auf die Nachtbesetzung gestoßen, bei denen wir schon einchecken konnten. Unsere Auswahl war: a) direkt weiter ins Dormbett und mit Glück noch eine Mütze Schlaf mitnehmen, oder wir fahren in 25 Minuten direkt mit auf einen Tagesausflug auf dem Inle Lake. Wir entschieden uns für den Ausflug – wenn wir schonmal so früh wach sind :).

Nach einer kurzen Katzenwäsche und etwas Frisch machen ging es mit einer 5 Mann starken Gruppe per Tuktuk los: 2 Südkoreaner, 1 Brasilianer und wir Beiden. 

Wir stoppten bei einem Haus am Fluß, wo wir Gefährt und Fahrer wechselten: der Rest des Tages sollte sich von nun an auf einem Boot abspielen. In der Morgendämmerung durchquerten wir verschiedene kleine Flussarme, durch bewohnte Wasserstraßen und Floating Farms, vorbei an den ganzen burmesischen Bauern, die mit ihren Waren auf den Wegen zu verschiedenen Märkten waren.

Teilweise war das Wasser so mit Seerosen und Ähnlichem zugewachsen, dass man gar kein Wasser/Weg mehr sah.

Nur zwischen den Floating Tomato Fields sah man deutlich die Wege durch die einzelnden Sträuchern.

Nach einer guten Stunde Fahrt erreichten wir deutlich größere freie Flächen, im Inneren des Inle Lake. Es war wunderschön, alles etwas diesig, die Wasseroberfläche teilweise spiegelnd. Die Bergkämme rundherum versteckten sich in Wolken und man war weit und breit umgeben von traumhafter Natur. Auch wenn wir natürlich auf einen Sonneraufgang wie in Bagan gehofft haben, mussten wir uns leider mit grau und hell zufrieden geben. Immerwieder mit Gefissel und kleineren stärkeren Schauern zwischendurch. 

Aber wir fühlten in keinster Weise Bedauern: im Boot lagen Regencapes für jeden und auch vor dem grau-grellen Horizont konnten wir gut die burmesischen Fischer beobachten, welche mit ihrer typischen 1Beinpaddeltechnik tolle Bilder stellten. 

Kurz bevor es wieder in dichter befahrere und bewachsene Wasserstraßen ging, gab es noch ein kleines Frühstück auf dem Boot: Sandwich mit burmesischen Milktea. Keine geschmackliche Offenbarung, aber perfekt für ein kalt-nass-ungemütliches Picknick auf dem Boot. 

Mit gefüllterem Magen und Regencapes ging es weiter zu einer Silber-Werkstatt. 

Es war ganz interessant, ein paar Locals zeigten uns die einzelnden Arbeitsschritte in der Herstellung von Schmuck, ich habe keine Ahnung wie sehr hier wirklich gearbeitet wird, wenn keine Touris da sind, es wirkte wieder extrem nach Show- und Verkaufswerkstatt. Aber trotzdem interessant.

Zu Andrea’s Glück konnte man hier sogar mit Karte zahlen, der ATM an dem wir heute nacht vorbeigekomnen sind war nämlich leer und somit waren wir praktisch blank. Meine paar Restdollar waren unser Notgroschen, aber richtig weit kamen wir damit natürlich auch nicht.

Wieder ohne Regencape fuhren wir weiter zu einem Markt, leider auch hier ohne Bargeld – Willkommen in Myanmar (ist nicht mehr mit ATM an jeder Ecke, wenn mal einer da ist, dann in größeren Städten und nicht mal da ist sicher, dass noch Geld übrig ist). Da wir jedoch auch nur 45 Minuten Zeit hatten, bis der Bootfahrer weiter wollte, gab es eh nicht unendlich viel Raum für gemütliches Stöbern.

Das ist der Negativpunkt wenn man an fertigen Ausflügen teilnimmt: ein straffer, ziemlich unpersönlicher Zeitplan. Das Positive: ein ganz guter Gesamtüberblick wenn man tatsächlich, wie wir, nur sehr begrenzt Zeit hat 🙂

Blitzefix ging es weiter zu einer kleinen Zigarrenwerkstatt, in der nicht nur die üblichen Tabakzigarren hergestellt werden, sondern auch süße Zigarren, welche wohl keinen Einfluss auf die Gesundheit haben. Hmmmm ob das wohl so stimmt ??? Man weiß es nicht, aber lecker waren sie.

Und es ist immer wieder goldig, da sitzt man mit den Leuten im « Wohnzimmer » und bekommt alles gezeigt, während im Hintergrund der ganz normale Alltag der Familie mit Kind und Kegel weitergeht. Es war so toll einfach 10 Minuten auf der Terrasse zu stehen und draussen das Treiben anzuschauen. 

Ganz tolle Momente !

Auf dem Weg zu einer Lotus- und Seidenweberei kamen wir an einer Baustelle vorbei – Göttlich. Wie einfach und effektiv es doch sein kann. Und irgendwie sah es immer so aus, als kämen alle Nachbarn und Freunde dazu, wenn irgendwo gebaut werden musste. 

Die Weberei war wieder sehr wie eine verkaufsorientierte Tourishow, aber auch hier wieder ganz interessant zu sehen. Zwar ist so ein Webstuhl jetzt nichts Neues, allerdings have ich noch nie gesehen, wie man aus dem Lotus selbst den Faden gewinnt. Das fand ich schon sehr beeindruckend.

Im gleichen Dorf legten wir an einem anderen Haus an, in dem wir zu Mittag aßen. Hier hatte es wieder deutlich mehr Charme, klar war es auch extra für uns vorbereitet, aber wir saßen im Wohnzimmer und das Essen war typisches Local food. Sehr sehr lecker.

Die Burmesen stehen total auf Tanacka, eine Wurzel, welche getrocknet und dann mit Wasser auf Stein gerieben eine Cremeartige Konsistenz hat. Sie bietet wohl einen natürlichen UV-Schutz und hat auch sonst jede Menge kosmetische Vorteile. Wir bekamen jeder eine Gesichtsmaske der Hausherrinnen und hatten anschließend noch etwas Zeit für einen kurzen Powernap. Für uns an dieser Stelle Gold wert. Wir waren beide wirklich müde.

Mit Tanacka im Gesicht und Strohhut auf dem Kopf bekamen wir nun das volle Touriprogramm: rein ins Boot und selber paddeln. Es war lustig und vorallem bekam man, trotz aller Blödelei, wieder einen Eindruck davon, wie schwer es ist mit diesen mini Holzpaddeldingern so ein Boot auch nur ansatzweise in Bewegung zu setzen. Und die fahren so ein Boot ja allein und nicht zu 2. oder 3. 

Und teilweise fahren auch noch 3-4 andere Personen mit, die aber nicht paddeln.

Gesättigt fuhren wir nun mit unserem Fahrer und Motor zur Shwe Inn Tain Pagode. Von weitem sah die Pagode aus wie ein Märchenschloss…

Von nahem allerdings hatte die Pagode gar nichts schönes mehr. Der Innenraum war billig-kitschig geschmückt wie ein ranziger Discoraum aus den 80ern und außen war alles herunter gekommen, schmutzig und ungepflegt.

Das einzig Schöne war die Scenerie unten am Hafen, wo Holz umgeladen wurde und einige Bauern mit Ochsenkarren am Werk waren. Am Flussufer standen Schaulustige und schauten ebenfalls dem Treiben zu.

Der letzte Halt heute war an der Teik-Nan-Brücke. Eine lange Fussgängerholzbrücke von der aus wir auch noch die ein oder andere schöne Momentaufnahme mitnehmen konnten.

Von hier aus ging es zurück zum Hostel. Es war ein wunderschöner Tag, aber wir waren auch wirklich im Eimer. Wir aßen im Everest Nepali noch eine Kleinigkeit zu Abend und verzogen uns dann relativ früh in unsere « Dormkapseln »

Morgen machen wir noch einen burmesischen Kochkurs mit Sue und fahren Abends mit dem Nachtbus zurück nach Mandalay.

Gute Nacht :*

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