Mandalay

Wieder mit dem Nachtbus, kamen wir wieder um halb 5 Uhr, aber dieses Mal in Mandalay an. Obwohl der Bus super wirkte, konnten wir seltsamerweise beide nicht wirklich schlafen.

Bereits als wir am Inle Lake auf den Bus warteten, unterhielten wir uns mit 2 Japanern, dessen Hotel in Mandalay in der gleichen Straße lag, wie unser Hostel. Wir beschlossen das Taxi dorthin zu teilen und erfuhren von einer Traube Taxifahrern, dass 2 Ziele aber pro Mitfahrer 500 Kyat mehr kostet. Ob das Ziel auf dem Weg liegt oder nicht ist völlig unrelevant. Nachdem wir 5 Minuten mit den Fahrern diskutierten, verloren wir die Motivation und die Laune, auch wenn die Rechnung hoch kriminell war, und dieser Preis vom Taxifahrer kackendreist war, zumal er auch noch ganz klar sagte, dass wir eh keine andere Möglichkeit hätten, weil alle Taxifahrer jetzt auf seiner Seite seien…

Naja was soll man machen ? Wir zahlten und freuten uns aufs Hostel. Eigentlich wollten wir direkt nach der Ankunft beide noch weiter zum Mandalay Hill und direkt den Sonnenaufgang schauen, aber wir waren nach der Nacht im Bus so erledigt, dass Andrea und Ich das Bett vorzogen. Netterweise konnten wir schon direkt in unser Zimmer, so dass wir noch 3-4 Stunden schlafen konnten, bevor wir unseren richtigen Tag starteten.

Nach einem kleinen Frühstück im Hostel, liehen wir uns Fahrräder und fuhren los in Richtung alte Palastmauer. Dachten wir !!! Letztendlich fuhren wir einmal komplett in die falsche Richtung. Aber gar nicht mal so schlecht, denn die Mahamuni Pagode lag etwas außerhalb und eigentlich auf der Eventuell-Liste. Jetzt plötzlich war sie auf dem Weg und stand somit ganz oben auf unserer To Do Liste. Es hat sich gelohnt, direkt vor der Pagode war ein kleiner Markt und in der gleichen Straße verkaufte jeder Laden Buddhastatuen.

Wir gingen in die Pagode erst einen Gang entlang, in dem einige Handwerker ihre Läden und Werkstätten hatten für Buddhafiguren, Gongs oder anderen Schnickschnack.

Dann kamen wir in den Tempel selbst, das Schiff war aufgebaut wie ein Kreuz mit einem großen Buddha (wen wundert’s) in der Mitte, aber der gesamte Tempel wurde innen in türkis-gold gehalten, mit fast schon portugiesisch aussehenden Glasmosaiken. Wunder wunder schön !!!

Nun fuhren wir dann tatsächlich in Richtung Norden und machten noch einen Stop im little Mushroom Café. Richtig leckerer Kaffee und ziemlich goldig aufgebaut.

Der nächste Halt war an der Shwenandaw Kyaung, ein uralter Tempel nur aus Teakholz. Natürlich haben die Burmesen auch hier früher noch alles mit Gold überzogen und mit Glasmosaiken verziert, aber übrig geblieben ist (zum Glück) nur Stein und Holz.

Direkt neben Shwenandaw Kyaung liegt Atumashi Kyaung. Ein riesiger kastenförmiger Tempel, der außer ein paar ganz netten Torbögen und Türen allerdings für uns nichts Besonderes hergab. Die Terrasse war verschmutzt und im großen leeren Innenraum hätte man locker 2 Fussballfelder unterbringen können. Ziemlich trostlos.

Ganz anders bei der Kuthodaw Pagoda, welche das größte Buch der Welt beherbergt. Innerhalb des Tempelkomplexes stehen über 700 kleine weiße Pagoden mit je einer, mit dem Pali-Kanton, beschriebenen Mamorplatte. Auch diese Schrift war natürlich früher vergoldet, jetzt nur noch schwarz. Im Zentrum der vielen kleinen Pagoden, steht die komplett vergoldete Maha Lawka Marazein Pagode. Spektakulär, aber für mich persönlich nicht mal ansatzweise so schön wie die vielen Weißen.

Eigentlich wollten Andrea und ich zum Sonnenuntergang auf den Mandalay Hill, allerdings hat meine Hose beim letzten Tempel den Geist aufgegeben und ist geschickt, von vorne bis hinten im Schritt gerissen, mit noch guten 7 cm zusätzlich zur rechten Seite. Das Loch war riesig, meine Unterbuxe nicht wirklich ! Kurz: man hatte Einblick bis dahin, wo keiner Einblick haben sollte ! Meine Motivation mit dieser Hose noch auf den Berg zu wandern war gleich null.

Trotz überaus luftiger Hose, machten wir jedoch noch einen kurzen Abstecher beim Mandalay Palace:

Aber auch hier wieder einige kuriose Regeln, abgesehen davon, dass man sich am Tor anmelden, den Pass dort lassen und so ein Besucheretikettchen tragen muss, dürfen Touris auch nicht mit einem Gefährt durch die Tore der Mauer. Ein kleines Bisschen Geldmacherei, denn direkt hinter dem Tor (VOR welchen wir unsere Fahrräder geparkt hatten) gab es wieder einen Fahrradverlei, bei dem Touris sich ein neues Gefährt zu « kleinem » Geld leihen könnten. Wir entschieden uns gegen das Zweitrad, auch wenn es die pure Ironie war, wenn man sah mit welchen Fortbewegungsmitteln die Locals hier hereinkamen UND innerhalb der Mauern an uns vorbei fuhren.

Zu Fuss war man etwa in 10 – 15 Minuten an dem Palast – was kann ich dazu sagen ?? Spart ihn euch wenn ihr mal in Madalay seid. War irgendwie seltsam dort, ich kann es gar nicht gut beschreiben: relativ neu, aber verlassen, ordentlich, aber irgendwie auch lieblos und unverziert und unverschnörkelt für einen Palast.

Naja, gut für mich und meine Hose. Der Palast war schnell abgehakt und wir auf dem Weg zurück ins Hostel. Was wiederum sehr schön war, war die Aussicht über den Wassergraben zum Mandalay Hill. Besonders, weil 2 Mönchjungs grade auch noch absolut ungeplant wunderschön für uns posierten 🙂

Abends gingen wir nochmal zu Shan Ma Ma essen und anschließend früh ins Bett, denn heute standen wir um halb 4 zum Sonnenaufgang auf und radelten nochmal zum Mandalay Hill. Die Räder am Fuße des Berges geparkt marschierten wir, neben all den burmesischen Frühsportlern, den Hügel hinauf. Fazit: morgentliche Bewegung (1 Stunde zügig Hollandrad radeln und 1 Stunde zügig Hügel hoch und runter wandern) tat gut, aber die Aussicht war es für unsere Maßstäbe nicht wert. Allerdings konnten wir fanz eindeutig eine Trennung der männlichen burmesischen Bevölkerung in 2 Gruppen ausmachen

A) die Frühaktiven Sportler und Gesundheitsmänner, mit schönen Zähnen ohne fiese rote Kautabakspuren und verranztes Aussehen

B) die Nachtaktiven Kautabakkauer, die bisher ganz deutlich unser Bild der burmesischen Männer prägten. Ich ließ mich schonmal über diese abartige Angewohnheit aus, bevor wir weiter nach Bagan fuhren.

Es war schön heute morgen zu sehen, dass es auch hier, auch anders geht 🙂

Wir verlassen Myanmar mit einem insgesamt sehr positiven Eindruck und freuen uns nun auf die letzten Tage unserer gemeinsamen Reise, aber auch das Ende meiner halbjährigen Reise insgesamt, in Bangkok.

Gleich geht’s in den Flieger

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